Seltene Erden: Die Robotik bleibt die neue Wachstumsbranche für die mittel- bis langfristige Nachfrage
Heute der letzte Schrei, morgen schon Geschichte
Ausgehend von einem der derzeit kleinsten Endverbrauchssegmente, das von Industrie- und Servicerobotern für Verbraucher angeführt wird, gehen wir weiterhin davon aus, dass die Robotik bis 2040 zum größten Einzeltreiber der NdFeB-Nachfrage heranwachsen wird – angetrieben durch den beschleunigten Einsatz humanoider Roboter in den Bereichen Fertigung, Logistik, Verteidigung und schließlich auch im privaten Haushalt.
Tesla-Chef Elon Musk malt schon seit Langem ein Zukunftsszenario mit Milliarden humanoider Roboter aus, und die jüngsten Fortschritte untermauern das Potenzial für ein explosives langfristiges Wachstum – das unsere früheren Erwartungen möglicherweise noch übertrifft, mit einem Jahresumsatz von mehreren zehn Millionen oder mehr bis zum Jahr 2040. Auch wenn der kurzfristige Hype um Tesla und andere Akteure zeitweise übertrieben wirkte und die Kritik an einer möglichen Marktblase heute berechtigt ist, bleibt der zugrunde liegende Trend deutlich aufwärtsgerichtet.
Ein tiefer Einblick: Von der Mine zum Magneten
Unser bislang umfassendster Jahresbericht
Die Zukunft ist hereingekommen und sie bleibt
Die Produktion und der Einsatz humanoider Roboter im kommerziellen Maßstab haben längst begonnen.
Bis Ende 2025 haben mehrere Unternehmen bedeutende Meilensteine in der Produktion erreicht:
- Das chinesische Unternehmen Agibot hat seine Produktion auf mehrere Tausend Einheiten pro Jahr gesteigert.
- Figure AI hat seine Roboter Figure 02 und 03 in realen Fabrikumgebungen eingesetzt, darunter im Rahmen eines elfmonatigen Pilotprojekts im BMW-Werk in Spartanburg, wo sie zur Montage von über 30.000 Fahrzeugen beigetragen haben.
- Tesla hat rasante Fortschritte bei Optimus vorangetrieben, darunter menschenähnliches Laufen und Fabriktests. Die Pilotproduktion ist bereits angelaufen, und für 2025–2026 sind mehrere tausend Einheiten geplant.
Diese Entwicklungen lassen eine Phase erkennen, die eher der Ära der Elektrofahrzeuge von 2015 bis 2020 ähnelt, als die Produktion zwar anlief, aber noch lange nicht ausgereift war.
Ähnlich wie bei Elektrofahrzeugen, erneuerbaren Energien und anderen transformativen Technologien hat der Bereich der humanoiden Robotik in einigen Bereichen (z. B. KI-gestützte Geschicklichkeit und Fortbewegung) schneller als erwartet erste Fortschritte erzielt, während es in anderen Bereichen (z. B. Kosten, Zuverlässigkeit und allgemeine wirtschaftliche Tragfähigkeit) zu Verzögerungen gekommen ist.
Jüngste Warnungen von Experten und sogar von chinesischen Behörden weisen angesichts massiver Investitionen und einer Flut ähnlicher Modelle auf dem Markt auf die Gefahr einer Blase hin.
Die kurzfristigen Erwartungen hinsichtlich eines flächendeckenden Einsatzes sind nach wie vor übertrieben, doch das langfristige Potenzial – angetrieben durch Arbeitskräftemangel, eine alternde Bevölkerung und Durchbrüche im Bereich der künstlichen Intelligenz – hat sich nur noch verstärkt.
Wir gehen davon aus, dass sich die Verbreitung von Humanoiden und anderen hochentwickelten Robotern in kontrollierten Fertigungs- und Logistikumgebungen ab 2029 beschleunigen wird und sich Anfang der 2030er Jahre auf Verteidigungsanwendungen sowie Mitte der 2030er Jahre auf Privathaushalte ausweiten wird.
Insgesamt dürfte dies dazu führen, dass die jährliche Produktion bis 2040 auf mehrere zehn Millionen Einheiten ansteigt – möglicherweise sogar noch höher als ursprünglich erwartet, da die Kosten sinken und die Kapazitäten zunehmen.
Dennoch sind unsere Nachfrageprognosen für NdFeB-Magnete im Bereich der Robotik bewusst eher konservativ angesetzt; bei der Betrachtung des Aufwärtspotenzials behalten wir jedoch das explosive Wachstum in den Bereichen Elektrofahrzeuge, Wind- und Solarenergie im Blick – Märkte, die selbst optimistische Prognosen wiederholt übertroffen haben.
Auf jeden Fall dürfte die Robotik mittel- bis langfristig die Elektrofahrzeuge als Haupttreiber der Nachfrage nach Seltenerdmagneten ablösen.
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